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Die Weiße Tigerin

Ulrike Dansauer
Samstag, 28. Februar 2009

Die Weiße Tigerin 1-3: Im Geheimdienst des Großen Steuermanns, Seidenschlipse auf Pfirsichhaut, Die fünfte Glückseligkeit
Yann, Conrad
Tigresse Blanche
Aus dem Französischen von Resel Rebiersch
Schreiber&Leser, 2008 München
je Band € 12, 95
je Band 48 Seiten
ISBNs: 978-3-937102-88-7 (Bd.1), 978-3-937102-89-4 (Bd.2), 978-3-941239-01-2 (Bd.3)

 

Inhalt 1-2: Die schöne, chinesische Spionin Alix Yin Fu gehört zu den Weißen Tigerinnen, Frauen, die in der Kampfkunst ausgebildet werden. Maos Spione nutzen Alix’ Talent, um sie auf die Triaden anzusetzen. Aber die Sache ist weit komplizierter als Alix ahnt, denn alles dreht sich letztendlich um das „dicke Mädchen“, die dritte Atombombe der Amerikaner…

Inhalt 3: Alix’ Ausbildung soll ihren letzten Schliff erhalten. Da sie nicht als „Honigfliege“ (Prostituierte im Dienst der Partei) enden will, wird sie eine „Stechfliege“ (Assassine im Dienst der Partei). Aber auch das Töten will ihr nicht so recht schmecken…

 

Den klassischen europäischen Comic sieht man den Zeichnungen definitiv an. Einfache Striche, pointiert gesetzt, dynamisch und perspektivisch. Die Farbgebung entspricht diesem Eindruck.

Der Inhalt spaltet: Zum einen wird der Konflikt Kommunisten (Chinesen) – Kapitalisten (Amerikaner) dargestellt, wenn auch etwas überspitzt und pauschal, sodass man als Leser ein gewisses geschichtliches Hintergrundwissen parat haben sollte, um den Comic und dessen Anspielungen zu verstehen. Zum anderen aber ist der Blickwinkel augenscheinlich männlich. Die Hauptfigur Alix ist, wie in solchen Comics üblich, jung und sexy, die Männer mehr oder weniger hässlich. Alix wird bei jeder passenden (oder eher unpassenden) Gelegenheit dem männlichen Auge sexy präsentiert (eng anliegende Kleidung, keine Unterhose, nackter Po, herausquellende Brüste usw.) – was eigentlich schade ist, denn so wirkt die Story nur unzureichend. Mal ganz abgesehen davon, dass wieder einmal nur eins von ebenfalls nur zwei Frauenbildern, die die Comic- und Spielewelt so einseitig verwendet, hochgehalten wird: In diesem Fall das des sexy selbstbewussten, schlagfertigen Vamps. Für LeserInnen, die über die Klischees hinaus mehr Differenziertheit wollen, ist der Comic also nicht wirklich attraktiv.

Die Szenerie und die Figuren sind dem geneigten Leser schon aus „Helden ohne Skrupel“ bekannt.

Fazit: Für viele männliche Leser sicher interessant, für weibliche und/oder anspruchsvolle Leser aufgrund der einseitigen Sichtweise auf die Frau eher nicht.

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Thomas
03.03.09 / 10:35 Uhr
Das einseitige Frauenbild, das in diesem Comic glücklicherweise gar nicht so einseitig ist, herrscht nicht nur im Comic oder Computerspiel. Werbung, Fernsehen und Film quellen davon über. Ich halte die hier implizierte Abwertung von "Comic- und Spielewelt" für unrichtig und den ganzen Satz für überflüssig wie falsch.
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